Darmstadt – eine fotografische Verortung im Vorort

felix (kultur!ngenieur) am 28. August 2014 um 13:17

Fotos: Felix Liebig am 22. und 23. August 2014; Text: Ebenda am 28. August 2014

Die selbsternannte → Wissenschaftsstadt Darmstadt (Wiki) wurde auf einem Wochenendausflug bewandert. Unter Leitung ortsansässiger ESA-Ingenieure konnte eine Raumsonde unlängst zum entfernten → Kometen „Tschurij“ (Portal der Stadt) aufschließen. Unter Führung durch eine Ortsansässige konnten die zwei Besucher auf zwei ausgedehnten Stadt- und Zwischenstadtwanderungen (→ Umap) von ca. 4 und ca. 6 Stunden bzw. ca. 8 und ca. 12 km Länge das urban-rurale Stadtfeld erschließen. Dabei stellt sich heraus, dass Darmstadt als „Vorort“ von → Frankfurt/Main (Wiki) sicher seine eigenen Qualitäten und sein eigenes Wohlergehen in unterschiedlichen Bereichen der Kultur hat. Dass aber die von der Ludwigshöh bestaunbare und ziemlich genau 30 km Luftlinie entfernte „Mainmetropole“ eine ungleich höhere Anziehung ausstrahlt – wie auf einer Studienexkursion bereits 2002 bemerkt wurde. Nichtsdestotrotz bietet Darmstadt dieses unvergleichliche Panorama auf die Zwischenstadt an den Ausläufern des Taunus gegenüber den Hochbauten der Metropole ohne Aufpreis und mit gelassenem ruralen Ambiente. Was in der durchaus wohlhabenden Stadt an Lebensformen aus diesem Blickwinkel wahrgenommen wurde, ist als zyklische Momentaufnahme von 30 bzw. 60 Einzelbildern in der Fotogalerie sichtbar – freilich wie immer weitgehend kommentarlos, aber chronologisch zum Selbststudium:

Tag 1 – Freitag, der 22. August 2014 ca. zwischen 18 und 22 Uhr, Darmstadt Nordost > Zentrum

Tag 2 – Samstag, der 23. August 2014 zwischen ca. 12 und 18 Uhr, Darmstadt Nordost > Waldkunstpfad Böllenfalltor

Der Dresdner Süden – eine fotografische Anatomie

felix (kultur!ngenieur) am 11. August 2014 um 11:59

Fotos: Felix Liebig am 9. August 2014; Text: ebender am 11. August 2014

Auf einer knapp 18 km umfassenden und gute sieben Stunden andauernden Fotowanderung durch den Süden von Dresden entstand eine Umschau von Eigenheiten der Gegend. Die Route folgte den Ortschaften Löbtau – Plauen – Coschütz – Gittersee – Cunnersdorf – Boderitz – Bannewitz – Eutschütz – Rippien – Babisnauer Pappel – Golberode – Goppeln – Leubnitz-Neuostra. Mehr dazu auf → Umap. Freilich ist nur das dokumentiert, was am Weg lag. Aus einer Sammlung von ca. 200 Fotos konnten 51 extrahiert werden. Die Geschichte dazu darf wie immer selbst erzählt werden.

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Warnemünde – kleine architektonische Stilkunde

felix (kultur!ngenieur) am 31. Juli 2014 um 13:34

Fotos: Felix Liebig am 24. Juli 2014; Text: ebender am 31. Juli 2014

Auf einem unrepräsentativen Rundgang durch die eigentliche Stadt hinter dem Touristenstrom am Alten Strom konnten diverse typologische Besonderheiten festgestellt werden.

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Warnemünde – Blick auf den Hafenalltag

felix (kultur!ngenieur) am 31. Juli 2014 um 13:16

Fotos: Felix Liebig am 24. Juli 2014; Text: ebender am 31. Juli 2014

In → Warnemünde am Alten Strom tummeln sich in der schönsten Zeit des Jahres viele Touristen, unzählige Fischbrötchen, noch ein wenig mehr Quallen (ohne Bild), einige Möwen, einzelne Promoter, diverse Segler und ein paar Fischer sowie ein → „Ferkeltaxi„. Ein maritimes Panoptikum; Meer ist nicht zu sagen …

Warnemünde – ein fotografisches Haiku

felix (kultur!ngenieur) am 31. Juli 2014 um 11:11

Fotos: Felix Liebig am 24. Juli 2014; Text: ebenda am 31. Juli 2014

Aus dem Urlaubsparadies grüßt ein Haiku:

  • Die → Open Air Party (Ostsee Zeitung) in Warnemünde ist etwas auf Sand Gebautes.
  • Am Ufer stranden zahlreiche → Gelbe Haarquallen, im Volksmund seit jeher bekannt als „Feuerquallen“.
  • Ein Bad im Meer ist erfrischender als ein Bad in der Menge.

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Bahr des Praktikers – ein Lost (Shopping) Place in Rostock

felix (kultur!ngenieur) am 29. Juli 2014 um 21:39

Text & Fotos: Felix Liebig am 29. Juli 2014

Dass „Praktiker“ erst teilweise zu „Max Bahr“ und dann zu nichts wurde, wissen fast alle. Genaueres findet sich im Internet. Dass der Verlust zweier Baumarktketten kaum sichtbar ist, fällt zwangsläufig kaum jemandem auf. Zu groß ist der Reiz für die Wettbewerber, die Leerstellen zu besetzen. Außer im „Ostsee Park“ im Suburbia von Rostock-Sievershagen:

Der ehemalige Shopping Space des „Praktiker“ ist ein Lost Place. Er steht im grauen Abendhimmel grau, ein wenig blau und gelb, später auch etwas rötlich da. Der Hinweis auf die Alarmsicherung am Eingang scheint zu wirken. Erste Vereinnahmungen dieses aufschlussreichen Rohzustandes finden tatsächlich nur durch eine Elektronikkette statt. Dennoch scheint hier alles auf den nächsten Betreiber, den nächsten Farbcodex, die nächste Füllung mit Waren zu warten. Knapp einen Kilometer weiter wurde „Max Bahr“ von einem Wettbewerber mit dem Namen einer berühmten Architekturschule bereits übernommen.


Einmal rundrum (und kurz hinein):

Ahrenshoop – eine kleine fotografische Saisonkunde

felix (kultur!ngenieur) am 29. Juli 2014 um 16:35

Fotos: Felix Liebig am 25. Juli 2014 & 28. März 2003; (außer 9: Arnt Löber) Text: ebenda am 30. Juli 2014

Im Urlaub darf es auch mal keine Stadt sein, die es zu dokumentieren gilt. Dabei hat es → Ahrenshoop (Wikipedia) durchaus in sich.

Der klitzekleine Streifzug, ein Tagesausflug, brachte eher die alltägliche Saisonstimmung ins Bild als die besonderen Eigenheiten des Ortes. Denen gelte es gewiss, sie bei Gelegenheit genauer zu betrachten. Dennoch sind einige ortstypische Szenarien in der Bildserie vertreten.

Von hervorragender Bedeutung ist der Blick auf eine bereits 2003 noch analog gefasste Kleinstdokumentation des damals kurz vor dem Abriss bedindlichen Kurhauses. Hier eine kleine Kulturkritik:

Warum schickt es sich für stilsichere Fahrer eines Aston Martin soviel mehr, vor einem investorenpompösen Bauwerk der Jetztzeit zu posieren, das dem filigranen Design des Fahrzeugs architektonisch in soviel nachsteht, anstatt ihren Einfluss auf den Erhalt eines solchen auch andernorts in der Welt salonfähigen Schmuckstücks zu verwenden? (ohne Bild)


Der Streifzug durch Ahrenshoop und Strandsand:


Im Anschluss die elf Jahre alten Fotos vom längst verschiedenen Kurhaus:

Die „Karli“ – ein urbaner Strip im Vorbeigehen

felix (kultur!ngenieur) am 14. Juli 2014 um 20:51

Text & Fotos: Felix Liebig am 13. Juli 2014

Beinahe schnurgerade zieht in Leipzig die Karl-Liebknecht-Straße vom Wilhelm-Leuschner-Platz im Norden zur Koburger Brücke im Süden. Auf dem Weg zu einem Sommerfest bei Freunden nahm ich mir zwei Stunden Zeit, um vom Hauptbahnhof ausgehend in Richtung Wildpark auf diesem → „Strip“ (hier am Beispiel von Las Vegas) zu laufen. Wobei Strip hier nicht das meint, was wir in Deutschland darunter verstehen, allenfalls ist es Teil dieses urbanen Gefüges, sondern das amerikanische Wort für eine zumeist suburbane Ausfallstraße mit unzähligen aufgereihten Ereignissen.

Das Ergebnis sind die folgenden Fotos als Reihe augenscheinlicher Begegenheiten ohne weitere Vertiefung. Die ursprüngliche Idee einer „Street Photography“ aus der Inspiration des Dokumentarfilms → „Finding Vivian Maier“ gab ich allerdings auf. Dazu müssen die technischen und mentalen Rahmenbedingungen stimmen. Womöglich erschienen mir die Spuren der Menschen hier interessanter als die Menschen selbst – das war die Anatomie der Abwesenheit, bevor ich unter Freunden ohnehin auch fotografisch die Anwesenheit des Menschen feierte.

Ich probiere in diesem Fall ausnahmsweise eine – völlig freie und nicht ganz ernst zu nehmende – Interpretation des Gesehenen in einem Gedankenzug, Verzeihung: -strip:


 

Dresden-Pieschen – ein warmer lokalkultureller Sonnenuntergang

felix (kultur!ngenieur) am 8. Juni 2014 um 11:24

Fotos: Felix Liebig am 31. Mai 2014

Auf einem abendlichen Spaziergang, der eigentlich nur einem kurzen Tischtennis-Match und der Nahrungssuche für das Abendessen auf dem Balkon galt, tauchte die Sonne die zu diesem Zeitpunkt schon reichlich schläfrige Stadtteilkultur in warmes Licht. Dabei kam einiges zum Vorschein. Die Fotos sind selbstverständlich selbsterklärend. Nur eine Vermutung: Vielleicht wird hier in → Pieschen (Wiki) vom Broiler bis zum → Zentralwerk im Stadtraum der Untergang der Lokalkultur anhand derzeit drängender globaler Phänomene diskutiert. Kann ja sein …

Löbtau-Cotta – ein anatomisches Panoptikum

felix (kultur!ngenieur) am 7. Juni 2014 um 19:58

Fotos: Felix Liebig am 7. Juni 2014

Manchmal ist es das bloße Erkundung ohne Ziel, wenn man losläuft und nicht weiß, was dabei herauskommt. Den Weg von → Löbtau (Wiki) nach → Cotta (Wiki) war ich vor dem Ausflug nach Niederwartha schon gegangen. Damals zum Treffpunkt am sog. „Hofbrauhaus“ (das nicht mehr steht), und damals ohne Kamera bzw. ohne Zeit. Das holte ich diesmal nach.

Die ambivalente Bedeutung des aus dem griechischen „Panotikon“ entlehnten lateinischen Wortes → Panotikum (Wiki) ist dabei gar nicht irreführend: Das eigentliche griechische „alles zum Sehen Gehörende“ findet sowohl in der sicher drastischen Deutung in Jeremy Benthams Entwurf für Gefängnisbauten aus dem späten 18. Jahrhundert seine Entsprechung als auch in den Kuriositäten- und Wachsfigurenkabinetten seit der Spätrenaissance.

Im Verlauf dieses Spaziergangs in Dresden-Löbtau und Cotta ist folgendes herausgekommen: Ein Panoptikum von (dresdner? deutschen? heutigen?) Eigentümlichkeiten, wie sie vielleicht nur bei knapp 30°C, an einem Samstag, bei einer nicht mehr ganz unvoreingenommenen fotografischen Wiederholungstat und in einer Übergangszone zwischen verschiedenen Quartieren vom Barock bis heute aufeinandertreffen können. Wobei das für Dresden fast schon wieder typisch ist. Also doch ein Spaziergang durch die Normalität? Mit weiteren Wertungen halte ich mich aber wie immer zurück – jedes der 45 von knapp 100 Bildern ähnlicher Qualität erzählt seine eigene Geschichte von Stadt, Menschen, Denken.

Der Weg von 8,4 km und ca. vier Stunden ist diesmal wieder auf → Umap dokumentiert. Ausgerechnet am sog. „Hofbrauhaus“ (den Namen des Supermarktes kennt jeder) traf ich die Vorsitzende des → Freundeskreis Cotta e.V., mit dem sich die im Dresdner Westen aktive → Löbtauer Runde zwar vernetzt, der aber derzeit leider eher schläft. Das Freibad Cotta habe ich nichtmal an den vielen jungen Menschen und ihrem Geschrei, sondern dem blauen Fleck in der Karte erkannt. Nun weiß ich bescheid.

PS: Der junge Mann in dem Bus schrie mir zu: „Fotografier‘ mich, fotografier‘ mich …“ Er ist etwas verschwommen, weil ich hinter der Kamera gerade auf anderes konzentriert war.